
Mich hält zuerst die Art fest, wie der Mann die großen Vogelflügel an seinen Körper drückt. Seine verschränkten Arme bilden eine feste Mitte, von der die hellen Federn zugleich nach oben und weit nach links unten weisen.
Barfuß steht er auf einem schmalen Sims, dicht an der hellen Hauswand, während hinter ihm ein dunkles Fenster liegt und unter seinen Füßen die Tiefe zwischen den Gebäuden beginnt. Viel Halt ist das nicht. Der Kopf ist zur Seite geneigt, der Blick führt nach links unten, während zwei schmale Flügelspitzen über seiner Schulter aufragen. Der Körper bleibt stehen. Rechts setzt das dunkle Fenster eine klare Senkrechte; unterhalb des Sims kippt der Häuserraum in die Tiefe. Sogar die einzelne Feder folgt einer eigenen Richtung.
Die Bildteile weisen auseinander, obwohl der Mann sie mit beiden Armen zusammenhält. Sein Blick folgt keiner Linie vollständig – er bleibt an dem Punkt, an dem sie sich kreuzen.
Werk 007 · September 2025 · eine Station der fortlaufenden Werkfolge von Jörg Hornisch · Silent-Art
Die Spannung sitzt dort. In einem Körper treffen verschiedene Richtungen aufeinander, ohne dass das Bild eine davon zum nächsten Schritt erklärt oder auch nur erkennen lässt, welche Bewegung möglich wäre.
Noch ist nichts entschieden.
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