Psychologische Wirkung von Lichtfarben

Verschieden Farbiges Licht kann man in der Kunst vielfältig einsetzen. Ob dargestellt in Bildern oder zur Gestaltung der Ausstellungsumgebung – mit dem passenden Licht kann man seiner Kreativität vollen Lauf lassen. Neben der eigenen Kreativität sollte man aber einige Hintergrundinformationen kennen.

Nicht nur verschiedene Lichtstärken haben Auswirkungen auf unsere Wahrnehmung, auch Lichtfarben wirken sich individuell auf den Menschen aus.
Dabei spielen Prägungen und Natur ebenso eine Rolle wie kulturelle Aspekte und persönliche Vorlieben.

Die Wirkung auf das Indivifuum ist von den Faktoren Lichtfarbe, Beleuchtungsstärke und Lichtrichtung bzw. Gleichmäßigkeit abhängig. Im Zusammenspiel schaffen diese eine Lichtatmosphäre, auf die wir Menschen reagieren.

Silent-Art verschiedene Lichtfarben Kelvin
Silent-Art verschiedene Lichtfarben Kelvin
Silent-Art Lichtfarben farbiges Licht
Silent-Art Lichtfarben farbiges Licht

Vielleicht lesen Sie sich an dieser Stelle kurz unseren Artikel zum Licht durch (wir machen dafür ein neues Fenster auf)

Wirkung von verschiedenen weißen Lichtfarben

Die Lichtfarbe des Sonnenlichts verändert sich im Laufe des Tages. Das Spektrum des Sonnenlichtes wird aus einer guten Mischung von Lichtfarben zusammengesetzt, dies kann man z.B. in der Brechung des Lichtes bei einem Regenbogen gut beobachten. Morgens und Abends steht die Sonne tief, die Strahlen werden an den Atomen der Gasteilchen in der Atmosphäre gestreut (Rayleigh-Streuung) und langwelliges, rotes Licht überwiegt. Mittags hat das Sonnenlicht eine bläuliche Farbe. Die Lichtfarbe (Kelvin) Lichts verändert sich so im Laufe des Tages von wärmeren Lichtfarben (2800, 3000 Kelvin) am Morgen über kältere Lichtfarben mittags (bis 7000 Kelvin) wieder nach wärmeren Lichtfarben abends.
Wärmere Lichtfarben werden mit Gemütlichkeit assoziiert – wie zum Beispiel Kerzenschein. Warme Lichtfarben fördern die Bildung des Schlafhormons Melatonin, kältere Lichtfarben verringern den Melatoninwert im Blut und steigern die Leistungsfähigkeit.

Auch im medizinischen Bereich macht man sich die Wirkung von veränderlichen Lichtfarben im Tagesablauf zunutze. Hier wird mit Hilfe von Künstlichem Licht der natürliche Sonnenverlauf simuliert werden und der Tagesablauf z.B. von Demenzkranken strukturiert werden.

Lichtfarben: Psychologische Auswirkungen von farbigem Licht

Farben haben psychologische Effekte auf den Menschen.
So werden Rottöne und Orangetöne als warm empfunden, Blautöne als kühl, Grüntöne gelten als beruhigend etc.

Der Effekt wurde schon oft untersucht. Z.B. findet man unter Göthes Farbenlehre (Veröffentlicht 1810) schon eine Abhandlung hierzu.

Der Effekt ist psychologisch und tritt nicht bei jedem gleich intensiv auf, ist mit Vorlieben und persönlicher Erfahrung verknüpft, und unterliegt oft sogar kulturellen Unterschieden.

Wir versuchen hier eine grobe Einteilung, die aber auf keinen Fall vollständig sein soll.

Rotes Licht

Rotes Licht wirkt aktiv, dynamisch und kräftig aber auch aggressiv. Nicht zuletzt ist es eine Signalfarbe die Warnungen hervorhebt.
Es regt die Körperfunktionen an und Leistung kann mit rotem Licht gesteigert werden.
Physisch werden Herzschlag und Atmung beschleunigt und es kommt zu gesteigertem Adrenalin im Blut. Ein zu viel an Rot kann aber Nervosität steigern und Unruhe fördern. In der Umgebung wirkt rotes Licht bedrohlich.

Silent-Art Lichtfarben Rot
Silent-Art Lichtfarben Rot

Oranges Licht

Ein kleiner Sprung im Spektrum aber ein großer Unterschied. Orangefarbenes Licht wirkt eher wärmend, freundlich, optimistisch und appetitanregend.
Akzente aus orangefarbenem Licht können eine Wohlfühlatmosphäre schaffen und Kommunikation fördern.
Ein zu viel an orangefarbenem Licht kann aber ebenso wie Rot Nervosität verstärken.

Silent-Art Lichtfarben Orange
Silent-Art Lichtfarben Orange

Gelbes Licht

Gelbes Licht wirkt warm (als direkte Assoziation zum Sonnenlicht) und freundlich. Es fördert die Kreativität, Aufnahmefähigkeit und Lebensfreude.

Silent-Art Lichtfarben Gelb
Silent-Art Lichtfarben Gelb

Grünes Licht

Grün wirkt als Assoziation zur Natur (Vegetation, Pflanzen) beruhigend und entspannend. So, wie wir einen Spaziergang im grünen als entspannend empfinden.
Physisch hat dies zur Folge, dass unsere Atemfrequenz sich verringert und Entspannung gefördert wird.
Akzente aus grünem Licht können gut in Ruheräumen eingesetzt werden.

Silent-Art Lichtfarben Grün
Silent-Art Lichtfarben Grün

Blaues Licht

Blaues Licht verbinden wir mit Himmel und Meer. Blau vermittelt Weite und Ruhe. Es fördert die Konzentration und wirkt beruhigend bzw. geistig entspannend. Herzschlag und Blutdruck werden gesenkt. Räume in vorwiegend blauer Beleuchtung wirken kühler als die real gemessene Temperatur. Blaue Lichtfarben werden dort eingesetzt, wo Konzentration gefördert werden und die Produktivität gesteigert werden soll. Ein zu viel an blauer Beleuchtung kann aber schnell umschlagen und Nervosität fördern.

Silent-Art Lichtfarben Blau
Silent-Art Lichtfarben Blau

Lichtfarben: Violettes Licht

Violette Farbe konnte früher schwer hergestellt werden und wirkt daher immer noch als wertig und steht allgemein für Luxus.
Je nach Intensität wird Violett sehr unterschiedlich wahrgenommen. Hier scheiden sich die Geister und persönliche Vorlieben kommen sehr stark zur Geltung. Violettes Licht kann die Fantasie fördern, zu dunkles Violett wirkt aber bedrohlich.

Silent-Art Lichtfarben Violett
Silent-Art Lichtfarben Violett

Farbwiedergabe bei der Ausleuchtung von Kunstgegenständen

An dieser Stelle müssen wir – auch wenn das vielleicht schon bekannt ist – auf das Spektrum und Farbwiedergabe eingehen.

Jedes Lichtspektrum ist unterschiedlich aufgebaut. Das Licht trifft auf Gegenstände. Je nach Farbe der Oberfläche dieser Gegenstände wird Licht verschluckt und anderes reflektiert. Rote Gegenstände reflektieren so halt hauptsächlich rotes Licht.

Spielen Sie also mit farbigem Licht zur Ausleuchtung von Kunst, kann dieser Effekt die Farben der Kunstgegenstände extrem beeinflussen. So können Farben einfach “verschluckt” werden.

Die Lichtstärke – verschieden intensives Licht

Lichtstärken – also die Beleuchtungsstärke – wirken ebenfalls stark auf uns.

Globale Lichtstärken – also Tageslicht – strukturieren unseren Tag bzw. die Nacht. Beleuchtungsstärken steigen zum Mittag hin an – viele erleben ihre produktivste Zeit – und fallen dann stetig wieder ab.

Mittags kann die Beleuchtungsstärke 100.000 Lux erreichen und fällt in der Nacht bis auf 1 Lux ab. Unser Gehirn gleicht diese Schwankungen bestmöglich aus. So nehmen wir unsere Umgebung bei 100.000 Lux und bei 50 Lux immer noch war. Trotzdem wirken sich diese Lichtstärken auf uns aus. Hohe Lichtstärken fördern die Aufmerksamkeit, geringe Lichtstärken leuten eher die Ruhephasen ein.

Durch künstliche Beleuchtung verlängern wir den Tag und können auch in der Nacht noch unseren Interessen oder Arbeiten nachgehen.
Auch über das Jahr schwankt die durchschnittliche Lichtmenge. Von den eher dunkleren Monaten im Winter mit kurzen Tagen zu den lichtdurchfluteten Sommermonaten gibt es deutliche Schwankungen in der Lichtstärke.
Das geringe Licht im Winter kann zur Winterdepression führen. Letztlich ist dies ein Überbleibsel aus unserer Vorzeit. Es war damals von Vorteil, im Winter weniger Energie aufnehmen zu müssen.

So wird ein Energiesparmodus aktiviert, der zu einer geringeren Energieaufnahme passt – für einen Winterschlaf sind wir ja nicht gemacht. Dies tritt in verschiedenen Abstufungen auf und kann sogar Depressionen hervorrufen.
Der Effekt kann auch bei längeren Arbeiten in dunklen Räumen beobachtet werden.

Bei künstlicher Beleuchtung gibt es aber auch verschiedene Lichtintensitäten in einem Raum. So können Strahler Lichtakzente setzen, während der restliche Raum dunkel gehalten wird.

Grundsätzlich fördern solche Lichtakzente die Aufmerksamkeit. Diese wird direkt zu dem akzentuierten Bereich gelenkt. So entsteht eine gewisse Dramatik. Oft findet man solche dramatischen Lichtstimmungen in Bildern. Die Blickrichtung wird so gelenkt.

Aber auch bei der Ausleuchtung von Kunstgegenständen wird dies angewandt. Durch Strahler wird ein Kunstgegenstand oder Gemälde hervorgehoben. Wichtig ist es auch hier, die Unterschiede der Beleuchtung nicht zu übertreiben. Zu starke Kontraste führen zu Blendung und ein zu wenig ausgeleuchteter Raum zu Orientierungsverlust und Unwohlsein.

Sie sehen, Licht ist vielfältig einsetzbar. Es macht Spaß, sich mit Licht zu beschäftigen und auszuprobieren.