Zum Inhalt springen

Digitale Kunst – meine Erfahrungen

Mein Ausflug in die digitale Kunst

Das hier ist mein bisheriger Weg im Gebiet der digitalen Kunst. Da das Gelände sehr groß ist – und es so viele Wege gibt – ist das sehr persönlich. Meine Erfahrungen – meine Affen, mein Zoo.

Silent-Art digitale Kunst
Silent-Art digitale Kunst

Kunst beschäftigt mich schon einen Großteil meines Lebens.
Zeichnung, Aquarell, Ölmalerei, Acryl – ich wechsele zwischen den Medien schon oft hin und her.
Das kommt hauptsächlich aus Unzufriedenheit. Zeichnung ist schon toll – mit wenigen Arbeitsmitteln kann ich wirklich überall künstlerisch tätig sein. Aber Farbe wäre schon toll – Aquarellfarben finde ich super – besonders der Aufbau ohne Weiß. Allerdings sind Farbschichten auch mein Ding …

Egal – was wichtig ist – ich beschäftige mich gerne mit andern Techniken.

Digital bin ich auch – jedes Bild wird digitalisiert – sowohl fürs Marketing als auch zur Sicherung. Am Computer bin ich zu Hause – schon lange.

Also hab ich auch schon immer ein Auge auf digitale Kunst. 
3D hab ich mich mit beschäftigt – ist mir aber auf Dauer doch zu technisch.
Aber es gibt ja noch das digitale Malen.
Mit einem Stift direkt in den PC

Digitale Kunst – die Anfänge

Jetzt bin ich schon was älter – hab also die Anfänge mitbekommen.
Damals 🙂 also ein digitales Zeichentablett gekauft – so ein Ding mit Stift zum Anschluss an den PC.

Und … was für ein Scheiß

Das war ja mal nix – zumindest bin ich damit nicht klargekommen. 
Hier zeichnen – auf dem Bildschirm sehen – nix für mich.
Also wieder zurück zu Papier und Leinwand.

Die Technologie entwickelte sich weiter – ich habs mal geflissentlich ignoriert.

Scanner und Kamera – Werke digitalisiert – alles super.

Blockchain und NFT

Dann kam Blockchain und NFT (Non fungible Token) und der damit verknüpfte Hype.
Wie gesagt – ich mag Technik – Spielkind halt.
Also hab ich mich mit NFT beschäftigt und aus einigen Bildern auch NFTs erstellt.

Aber irgendwie ist das doch von hinten durchs Auge.

Physische Bilder digitalisieren, um dann die digitale Version wieder einzigartig zu machen – hmm.

Aufrüsten

Also wieder mal ein Auge auf die Technik geschmissen – Tablet gekauft – Stift gekauft – probiert. Auch Mist. Verzögerungen in der Stiftführung haben mich – fast – wahnsinnig gemacht. Hab dann etwas mehr Zeit in die Recherche gesteckt und nochmal aufgerüstet.

Jetzt hab ich tiefer in die Tasche gegriffen und ein Tablet mit ausreichend Wums zugelegt.

Die Programme

Leider ist es mit der Anschaffung der Hardware nicht getan. Es gibt ja gefühlt tausend Programme, die für digitale Kunst infrage kommen. Gut – 80% sind schon in der Beschreibung Schrott – bleiben aber immer noch jede Menge übrig.

Gut – und die anderen Künstler? Gibt ja viele, die digital unterwegs sind. Tutorials angeschaut – Blogs gelesen. Bleiben immer noch einige Programme übrig. Einige fallen aus dem Budget. Den Rest hab ich ausprobiert. In einem Programm gefielen mir die Pinsel, im anderen die Menüführung, im nächsten sind die Ebenen und Exportformate super.

Ratlosigkeit.

So kann man seine Zeit rumbringen – ohne wirklich anzufangen.

Programme für digitale Kunst

Also – das hier ist meine persönliche Liste der Programme, die ich kenne. Das ist unvollständig. In den Kommentaren können gerne weitere genannt werden. Auch meine Resultate dazu sind natürlich komplett persönlich.

Adobe Photoshop
Der Platzhirsch für Bildbearbeitung. Man kann damit auch ganz gut malen. Ist mir aber zu teuer (Abo) und viel zu überfrachtet. (Zu Photoshop)

Affinity Photo
Ähnlich wie Photoshop – aber billiger. Hier gibt es auch Malfunktionen – aber ist trotzdem (für mich) eher ein Bildbearbeitungsprogramm. (zu Affinity)

Gimp
Kostenlos – auch sehr überfrachtet – die Einarbeitungszeit ist etwas länger. Aber auch hiermit könnte man malen. Allerdings nicht auf dem Tablet. (zu Gimp)

Krita
Ein weit verbreitetes Malprogramm für PC, MAC und so. Viele Funktionen, kostenlos – aber nicht für das Tablet. (zu Krita)

Das bringt uns dann zu den Programmen auf dem Tablet (iPad):

Sketchbook
Bringt alle Funktionen, um vernünftig damit zu zeichnen und zu malen. Aufgeräumte Oberfläche und kostenlos. Damit habe ich meine ersten Schritte gemacht. (zu Sketchbook)

Brushes
Hab ich mir nicht angesehen – ich erwähne es nur, da damit David Hockney seine Bilder erstellt. (zu Brushes)

Procreate
Das kostet etwas Geld. Ist ähnlich aufgebaut wie Sketchbook. Dazu gibt es (meines Erachtens) eine riesige Community, die Tutorials erstellt. Das erleichtert den Einstieg etwas (besonders wenn man eigene Pinsel erstellen möchte) (zu Procreate)

Damit arbeite ich jetzt – analoge Techniken haben ja auch ihre Schwächen. Was Perfektes gibt es nicht – und ein guter Künstler kann auch mit einem miesen Pinsel ein Kunstwerk erschaffen. Ich denke, man muss sich mit einem Werkzeug vertraut machen und versuchen, dass dann bestmöglich zu beherrschen.

Also hab ich alle Programme deinstalliert und nur eins belassen – eben Procreate.

Digitale Kunst – meine Anfänge

Gut – der Start ist etwas anders als analog. Die Größe der Arbeitsfläche ist ja immer gleich – aber die Auflösung – da kann man schon etwas Hirnschmalz hereinstecken.
Klein – schlechte Auflösung – groß – riesige Datei.
Etwas probieren – ich bin jetzt bei 4000 x 6500 Pixeln (momentan)

Pinsel – auch da kann man sich verlieren – rumprobiert – verzweifelt – und wieder meine alte Reduktionstechnik – 3-4 ausgesucht – alles andere weg.

Dann hab ich angefangen.

Wie soll ich das Bild aufbauen? Eher wie Aquarell – oder Acryl – oder Zeichnung? Das Programm gibt alles her – aber das Ergebnis war …
Hat was gedauert, bis ich gemerkt habe, dass dieses Vorgehen eine Sackgasse ist. Man nimmt auch keinen Aquarellkasten und versucht damit wie Öl zu malen. Andere Technik – anderes Vorgehen. 

So ist das auch bei digitaler Kunst. Ich fahre ganz gut damit, das als eigenständige Technik zu sehen. Also alles neu lernen. Auf die Möglichkeiten eingehen – ausprobieren – verwerfen.

Digitale Kunst erstellen – meine Praxis

Tja – es ist anders.
Ebenen – das ist ein Traum für mich. Man kann ausprobieren, verwerfen etc. Die verschiedenen Pinsel – wenn man sich mal auf ein paar beschränkt – für mich super.

Lange hab ich an der Technik gefeilt – und tue das immer noch. Aber das ist wohl der Fluch und Segen meines Künstlerdaseins. Ich möchte keine sterilen Bilder – super realistisch auch nicht. Allerdings auch nicht naiv. Wie immer sehe ich nur die Fehler – aber das liegt nicht an der Technik. 

Toll ist auch, dass man überall kreativ sein kann. Im Wohnzimmer, im Bistro, im Möbelhaus (wenn es wieder mal etwas länger dauert) – das Atelier ist immer dabei.

Da meine Bilder immer nach einer Zeit auf meine Homepage kommen, entfällt jegliches Digitalisieren. Das ist auch ein riesengroßer Vorteil. Die Unterschiede der verschiedenen Monitore halten sich (für mich) in Grenzen. Natürlich muss man sich da auf die Technik des Tablets verlassen – da das aber schon im höherpreisigen Segment liegt und der Bildschirm gut sein soll, verlasse ich mich mal einfach darauf.

Wie arbeite ich also?

Digitale Kunst Arbeitsgeräte
Digitale Kunst Arbeitsgeräte

Ich habe ein IPad Mini, welches ich überall mit hinschleppe. Morgens das erste Gerät in meiner Hand, abends das letzte Gerät. Darauf läuft Procreate. Das nutze ich als Skizzenbuch. Klein, handlich. Ideen werden hier skizziert, ausprobiert etc. Ist ein älteres Modell – aber schon mit Apple Pencil Unterstützung (Wichtig! alle anderen Stifte sind Schrott). Eine Schramme bringt mich also nicht direkt zur Verzweiflung 🙂

Für meine Hauptarbeiten nutze ich ein IPad Pro. Auch mit Procreate. Die Bilder werden in der Icloud gespeichert. Einmal im Monat sichere ich die Bilder dann auf einem NAS Server. Die Originaldateien da nur damit die höchste Qualität gewährleistet ist und alle Funktionen zur Verfügung stehen. Und dann noch als PNG zur Weiterverarbeitung in hoher Auflösung.

Von der PNG Datei erstelle ich die geringer aufgelöste JPG oder WEBP für die Internetseite und die sozialen Medien sowie die Druckvorlagen zur Weitergabe an die Druckereien.

Digitale Kunst Programme und Arbeitsgeräte

Es gibt sicher hunderte Möglichkeiten, digitale Kunst zu erstellen. Vom PC über den Mac bis zum Tablet. Ich wollte auf jeden Fall flexibel bleiben und nicht an einen Ort gebunden sein. Auch war mir ein direktes Malen auf dem Bildschirm mit einem guten Stift wichtig. Deshalb kam für mich nur ein Tablet in Frage.

Ich hab einige Tablets ausprobiert – und bin dann tatsächlich bei Apple hängengeblieben. Das ist mir etwas schwergefallen, da ich lange Jahre alles von denen abgelehnt habe … und jetzt komplett umgestiegen bin … tja.

Zurzeit nutze ich ein IPad Pro mit M1 Chip und einen Apple Pencil 2. Generation. Paperlike (Schutzfolie) ist auch im Paket mit drin. Wobei ich davon noch nicht hundert pro überzeugt bin.

Ich nutze die Apple Cloud exzessiv, um alles zu sichern und zwischen den Geräten auszutauschen. Bin mal gespannt, wann ich da an die Grenzen stoße 🙂

Als Programm nutze ich Procreate. Das erscheint mir aufgeräumt, aber trotzdem umfassend genug. Und … es gibt wirklich enorm viele Tutorials. Das hilft für den Anfang.

Und dann die Nachteile der digitalen Kunst

Ich neige ja dazu, nicht alles komplett durchzudenken, wenn ich mich auf etwas Neues stürze. Deshalb beschlich mich die Erkenntnis schon langsam, aber etwas unerwartet. Nach vielen digitalen Bildern – und einem Workflow der Sicherung – dämmerte mir nach und nach, dass da schon etwas fehlt. 

Es gibt tatsächlich kein physisches Werk mehr. 

Ok – ja – das hätte schon klar sein sollen. Aber dass mir das physische Bild so sehr fehlt, hätte ich nicht gedacht. Es gibt mir mehr als gedacht, die Bilder abzulegen, aufzuhängen etc. Schau mal, das hab ich diesen Monat schon alles geschaffen. Das ist schon sehr befriedigend. 

Digitale Kunst im Freien – ouch.

Witzig war auch meine erste Erfahrung im freien. Wer gerne draußen malt, für den ist (nach meiner Meinung) digitale Kunst nicht wirklich geeignet. Der Monitor spiegelt, oft kann man kaum etwas erkennen. In der Sonne wird auch das Tablet schneller warm, als ich gedacht habe. Und dabei bin ich mir nicht sicher, welche Wärme so ein (teures) Tablet auf die Dauer aushält. Hinzu kommt noch Schmutz und Feuchtigkeit – auch das ist bestimmt nicht wirklich gut. Kann man an allem arbeiten – klar. Trotzdem für mich eher unbefriedigend – deshalb hab ich für Außeneinsätze meine alten Utensilien reaktiviert. Das ist sicherer.

Und eine Ausstellung, Galerie? Gibt es mehrere Möglichkeiten. Kunstdruck oder digitaler Bilderrahmen – ich bin mir noch nicht sicher. 

Kunstdruck ist halt nicht das Original – so ist das Werk nicht entstanden. 

Digitale Bilderrahmen oder Monitore – das ist schon eher eine Alternative – aber erscheint auch etwas unpersönlich. 

Digitale Kunst kaufen?

Tja – auch hier ist der Kunstdruck wohl als allererstes Mal gefragt. Ich denke, eine limitierte Auflage ist für mich praktikabel.

Probiert mal einen hochwertigen Druck hinter Acryl. Ich bin fasziniert von den Farben und der Leuchtkraft.

Und dann gibt es noch die NFTs – aber dafür müssen deine Kunden schon sehr digital sein. Außerdem ist dabei die Chance, dass das Bild an eine Wand kommt, eher gering.

Mein Fazit zur digitalen Kunst bis jetzt

Vielleicht lese ich mir den Artikel später mal durch und denke – ui – den musst du dringend mal anpassen. 
Bis jetzt bin ich fasziniert von der Technik und den darin liegenden Ausdrucksmöglichkeiten.
Seitdem ich an die digitale Kunst angedockt habe, führt meine Staffelei auch ein trauriges Dasein. 

Aber ich kenne mich
Das kann sich auch alles schnell wieder ändern.

Mal schauen.

Wenn jemand andere Erfahrungen gemacht hat – oder sich einfach mal darüber austauschen möchte – gerne auf meine Email – oder in den Kommentaren.

Meine Galerie digitale Kunst findet Ihr hier

close

Bleiben Sie mit mir in Kontakt!

Tragen Sie sich in meinen Newsletter ein und ich halte Sie über Silent-Art auf dem Laufenden:

2 Gedanken zu „Digitale Kunst – meine Erfahrungen“

  1. Hallo Jörg,
    Ich sehe leider nicht, wann du deinen Blogbeitrag zur Digitalen Kunst geschrieben hast. Aber mich würde interessieren, wie der aktuelle Stand ist. Hast du mittlerweile NFTs erstellt? Ich beschäftige mich gerade mit dem Thema „wie digitalisiert man ein physisches Werk?“ Kannst du mir Tipps geben, welche Geräte dafür notwendig sind? Freue mich auf deine Rückmeldung.
    LG Anu

    1. Hallo Anu,
      herzlichen Dank für Deinen Kommentar.
      Ich teile mal Deine Fragen in Kategorien ein:

      NFTs
      Ja – ich hab schon welche erstellt.
      Bin dabei über Opensea gegangen. Das erschien mir am einfachsten. Gibt noch andere – damit hab ich aber keine Erfahrungen. Du brauchst dafür ein paar Ether und eine Wallet (Metamask). Dann erschließt sich das schon von alleine.
      Ich hab das gemacht, weil mich die Technik interessiert hat. Finde die Idee hinter NFTs sehr spannend und wenn ich in Decentraland dann irgendwann eine Ausstellung habe, kann ich da Originale ausstellen 🙂
      Wenn Du da etwas verkaufen möchtest, brauchst Du (wie im richtigen Leben) aber ein super Marketing.

      Digitalisieren
      Zum digitalisieren von physischen Werken hast Du zwei Möglichkeiten:
      Scannen – dazu brauchst Du einen guten Scanner, der groß genug ist, um Deine Werke zu fassen. Daran wird es wahrscheinlich scheitern – außer Du beschränkst Dich auf A3. Werke mit Reliefs oder Struktur sind auch eher schlecht.
      Fotografieren – hier kommt es auf Deine Qualitätsansprüche an. Meine Meinung – auch Handykameras sind schon ganz gut (Jeder Fotograf bekommt jetzt einen Brechanfall 🙂 ), aber die Ausleuchtung des Werkes ist echt schwierig. Die muss gleichmäßig und farbecht sein. Sonnenlicht ist farbecht (mittags), aber darf halt nicht von einer Seite kommen. Das kriegst Du nicht mehr rausretuschiert. Studiolampen gibt es viele – sind aber eine Investition.
      Und dann (wenn Du NFTs erstellen möchtest) hast Du ein Problem: NFTs sind ja Originale – genau wie Dein physisches Original. Die existieren dann halt parallel – außer Du zerstörst Dein Bild … das wird wohl kaum einer machen.

      Mein jetziger Stand
      Ich finde momentan digitale Kunst sehr spannend. Die Möglichkeiten sind so vielfältig, dass ich zurzeit nur digital male (mit einem iPad Pro). Dabei fehlt mir allerdings tatsächlich das haptische Werk am Schluss mehr, als ich gedacht habe. Die Bilder gibt es halt ausschließlich digital. Eine Sicherungsroutine (eigentlich mehrere) habe ich – sonst hätte ich immer ein schlechtes Gefühl. Ich habe eine gute Kunstdruckerei gefunden, die für meine Ansprüche gute Drucke erstellt.
      Wie geschrieben – momentan finde ich das total spannend. Auch die Flexibilität dabei. Das kann sich aber ändern. Ich habe auch eine Zeitlang meine Farben selber erstellt – das fand ich auch spannend … jetzt eher nicht mehr 🙂
      Momentan bastel ich noch an einer Möglichkeit, Ausstellungen mit digitalen Bildern hinzubekommen.

      Hat das etwas weitergeholfen?
      Viele Grüße
      Jörg

Schreiben Sie einen Kommentar

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.