
Mich trifft zuerst die Menge – und gleich danach der leere Himmel darüber.
Dicht an dicht stehen Menschen in dunkler Kleidung hinter einer breiten, braunen Begrenzung. Manche Gesichter sind vollständig zu sehen, andere werden vom Bildrand oder von den vorderen Körpern angeschnitten. Fast alle Blicke führen nach vorn, doch sie treffen keinen gemeinsamen Punkt. Jeder Kopf bleibt einzeln lesbar, obwohl die Figuren beinahe zu einer Fläche zusammenrücken.
Über ihnen öffnet sich mehr als die Hälfte des Bildes. Braune und goldene Wolkenzüge verlaufen horizontal, hell am Horizont, fast schwarz am oberen Rand. Unten wiederholt die massive Kante diese Richtung. Zwischen beiden Zonen steckt die Gruppe fest – zumindest wirkt es im ersten Moment so. Kein Weg, keine Geste, kein sichtbares Ziel.
Werk 002 · August 2025 · eine Station der fortlaufenden Werkfolge von Jörg Hornisch · Silent-Art
Ich bleibe an den kleinen Unterschieden hängen: ein geneigter Kopf, eine hochgezogene Braue, ein Blick knapp vorbei. Viel Ähnlichkeit – und doch kein gleiches Gesicht. Ist das eine Gemeinschaft, eine Wartesituation oder nur ein kurzer Moment, in dem viele Einzelne zufällig dieselbe Richtung teilen?
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