
Das Fenster ist noch da – die Wand darum fast nicht mehr.
Ein Mann kniet barfuß auf dem Boden. In den Händen hält er Hammer und Meißel, vor seinen Knien liegen herausgeschlagene Stücke der grauen Wand. Um den hölzernen Fensterrahmen ist eine große, unregelmäßige Öffnung entstanden. Dahinter stehen helle und dunkle Wolken in einem blauen Himmel.
Links hängt ein zweiter gerahmter Wolkenhimmel sauber an der Wand. Er bleibt rechteckig und überschaubar. Die aufgebrochene Fläche daneben folgt keiner geraden Linie. Der Rahmen ordnet den Blick, doch die fehlende Mauer zeigt, wie viel außerhalb dieses Ausschnitts weitergeht.
Werk 011 · August 2025 · eine Station der fortlaufenden Werkfolge von Jörg Hornisch · Silent-Art
Es irritiert, dass das Fenster trotz des Durchbruchs nicht entfernt wurde. Es schwebt weiter in der größeren Aussicht – als wäre die vertraute Begrenzung noch da, obwohl sie längst nicht mehr genügt. Vielleicht beginnt ein anderer Blick nicht mit einem neuen Fenster, sondern dort, wo der feste Rahmen endet.
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