
Ein Mann hockt barfuß auf einem kräftigen Ast. Sein Körper bleibt eng zusammengezogen, der Blick geht ruhig aus dem Bild heraus. Fast könnte er zwischen den breiten Stämmen und den dunklen Flächen verschwinden – wäre da nicht dieser Anzug.
Rot, Blau, Grün und Gelb liegen wie unregelmäßige Felder über Jacke und Hose. Die Farbe macht die Figur sichtbar, vielleicht sichtbarer, als ihr geschützter Platz vermuten lässt. Darüber schließt sich helles Laub, darunter fällt der Raum in ein tiefes, fast konturloses Dunkel. Die großen Baumstämme rahmen den Mann nicht nur ein. Sie bestimmen auch den Abstand zwischen ihm und allem, was außerhalb dieses Ausschnitts liegt.
Die nackten Füße berühren den Ast direkt. Die Hände ruhen vor den Knien. Es ist keine eindeutige Bewegung zu erkennen – eher ein Innehalten an einem Ort, der Rückzug und Aussicht zugleich sein kann.
Werk 004 · August 2025 · eine Station der fortlaufenden Werkfolge von Jörg Hornisch · Silent-Art
Je länger ich die Figur betrachte, desto weniger wirkt die Farbe wie bloßer Kontrast. Sie verbirgt nichts. Und trotzdem bleibt offen, wie viel von diesem Mann tatsächlich sichtbar wird.
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